Der Tatort in der Lagerstraße
Dienstagabend gegen 22 Uhr gingen bei der Polizei mehrere Notrufe ein. Zeugen hatten Schüsse im Bereich eines Fabrikgeländes an der Lagerstraße in Hamburg-Sternschanze gehört.

Kurz darauf rückten zahlreiche Streifenwagen an. Auf dem Gelände fanden die Einsatzkräfte zwei schwer verletzte Männer. Beide hatten Schussverletzungen erlitten. Für beide kam jede Hilfe zu spät. Einer der Männer starb noch im Gebäude. Der zweite wurde zunächst in einen Rettungswagen gebracht, starb dort jedoch ebenfalls.
Die Lage war zunächst unklar. Die Polizei konnte nicht ausschließen, dass sich der oder die Schützen noch auf dem Gelände befanden. Bewaffnete Einsatzkräfte sicherten deshalb zunächst den Gebäudekomplex. Rettungsdienst und Notärzte mussten außerhalb warten, bis die Polizei den Bereich abgesichert hatte.

Noch in der Nacht wurde eine Großfahndung eingeleitet. Mehr als zwei Dutzend Streifenwagen waren im Einsatz. Auch Kräfte der Bundespolizei unterstützten die Suche. Über dem Gelände wurde eine Drohne eingesetzt.
Der Ort ist für die Polizei nicht unbekannt. Erst Ende Juni war es auf demselben Betriebsgelände zu einem schweren Zwischenfall gekommen. In der Nacht zum 26. Juni hatten Unbekannte von der Lagerstraße aus eine Handgranate über eine Steinmauer auf das Gelände geworfen. Der Sprengkörper detonierte. Dabei wurden ein Gebäude und mehrere abgestellte Fahrzeuge beschädigt. Verletzt wurde damals niemand.
Die neuerliche Gewalttat sorgt damit für zusätzliche Brisanz. Ob zwischen der Handgranaten-Attacke und den tödlichen Schüssen ein Zusammenhang besteht, ist bislang nicht bekannt. Die Ermittler müssen nun auch prüfen, ob es eine Verbindung zwischen den beiden Fällen gibt.

Die Lagerstraße wurde weiträumig abgesperrt. Kriminaltechniker sicherten bis in die Morgenstunden Spuren. Die Mordkommission und die Staatsanwaltschaft für Kapitaldelikte übernahmen die Ermittlungen.

Nach ersten Erkenntnissen gehen die Ermittler von einer Tatvorbeziehung aus. Opfer und Täter sollen sich demnach gekannt haben. Eine Gefahr für Anwohner bestand nach Angaben der Polizei nicht.
Die Fahndung nach den mutmaßlichen Schützen lief bis in die Nacht. Festnahmen gab es zunächst nicht.
